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Analyse der Kosten und Nutzen der neuen EU-Chemikalienpolitik
 
 

Auftraggeber
Umweltbundesamt (FKZ 203 65 423)

Durchführung
Fraunhofer Institut für Systemforschung (ISI),

Kooperationspartner
Andreas Ahrens, Ute Meyer
Institut für Ökologie und Politik, Hamburg

Laufzeit
Dezember 2003 - Juli 2004

 
 
Hintergrund und Aufgabenstellung
 
Im Oktober 2003 veröffentlichte die EU Kommission ihren Vorschlag für ein neues Europäisches Chemikalienrecht (REACH, Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von chemischen Stoffen). Der Verordnungsentwurf sieht die schrittweise Registrierung der auf dem Markt befindlichen Stoffe durch die Hersteller und Importeure, die Autorisierung besonders gefährlicher Stoffe und die Weitergabe risikobezogener Information innerhalb der Wertschöpfungskette vor. Zeitplan und Prüfanforderungen sind dabei nach Produktionsvolumen gestaffelt.
 
Parallel zu den erhöhten Anforderungen für die bereits auf dem Markt befindlichen Stoffe, schafft das neue System erhebliche Erleichterungen für die Registrierung von Stoffen, die erstmalig und in kleinen Mengen in Verkehr gebracht oder zu F&E Zwecken eingesetzt werden.
 
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des zukünftigen REACH-Systems werden derzeit kontrovers diskutiert.
 
 
Ziele und erwartete Ergebnisse
 
Ziel des Forschungsvorhabens ist es, Kosten und Nutzen der neuen Chemikalienpolitik am Beispiel ausgewählter Wertschöpfungsketten zu analysieren.
 
Als Ergebnis des Forschungsvorhabens werden Empfehlungen für eine Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses des REACH Systems erwartet. Das können Modifikationen des Verordnungsentwurfes sein und/oder Vorschläge für die Entwicklung des erforderlichen Umsetzungsinstrumentariums.
 
 

Projektaktivitäten

 
Forschungsbedarf besteht zum einen bei der kritischen Überprüfung der bislang vorliegenden Schätzungen über Kosten und negative wirtschaftliche Auswirkungen. Zum anderen sollen auch mögliche positive Wirkungen des REACH-Systems untersucht werden.
 
Zu prüfen sind hier beispielsweise die mögliche Verringerung der Risikomanagementkosten (z.B. Arbeitnehmerschutz, betriebliche Abfall- und Abwasserentsorgung), die Vermeidung künftiger Schadenskosten (Berufskrankheiten, Gebäudesanierung), sowie die bessere Absicherung gegen Imageverluste oder Innovationsimpulse durch veränderte Hersteller-Kunden-Kommunikation.
 
Die empirischen Arbeiten des Forschungsvorhabens konzentrieren sich auf die Herstellung und Anwendung von a) Lack- und Farbprodukten sowie b) wasserbasierenden Wasch und Reinigungsmitteln in Industrie, Gewerbe und privaten Haushalten. Die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Wertschöpfungsketten wird geprüft.
 
 
Ihre Ansprechpersonen sind
   
Dirk Jepsen