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Konsolidierung von Risikoinformationen für Gemische unter REACH

 
 
 

Auftraggeber
Umweltbundesamt (FKZ 3710 63 403)

Durchführung
Institut für Ökologie und Politik, Hamburg

Laufzeit
2010 – 2011

 
 
 
Hintergrund und Aufgabenstellung
 
Formulierer, die aus Einzelstoffen und/oder Gemischen ein Gemisch herstellen, sind dazu verpflichtet, die erhaltenen stoffbezogenen Informationen bei der Erstellung ihrer (erweiterten) Sicherheitsdatenblätter (eSDS = Sicherheitsdatenblatt plus Expositionsszenario (ES)) zu berücksichtigen. Der Formulierer kann die ESen von Einzelstoffen unverändert weiterreichen oder sie vor der Weitergabe für das Gemisch konsolidieren und zu einem ES zusammenführen oder die Informationen in das Sicherheitsdatenblatt integrieren. Entscheidend ist, dass die richtigen Informationen ausgewählt, ggf. der spezifischen Verwendungen angepasst und den Anwendern angemessen kommuniziert werden.
 
CEFIC hat eine Methode zur Konsolidierung der Informationen, die mit als gefährlich eingestuften Gemischen weiter gegeben werden muss, entwickelt, die auf den Prinzipien der Einstufung und Kennzeichnung von Zubereitungen aufbaut (DPD+). Die Methode ist auf besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) nicht anwendbar. Bezüglich der Umwelt werden mit der Methode die Leitsubstanzen, die das Umweltrisiko der Mischung insgesamt bestimmen, anhand der R-Sätze R50 bis R53 ausgewählt.
 

Im ECHA – Leitfaden für nachgeschaltete Anwender wird ebenfalls ein Vorgehen zur Konsolidierung von Informationen für Gemische vorgeschlagen. Im Unterschied zur DPD+-Methode wird empfohlen, zur Auswahl der „kritischen Komponenten“ in Bezug auf die Umwelt

 
  • PNECs oder das PEC/PNEC-Verhältnis der Komponenten zu betrachten ohne sie zu verrechnen,
  • auf die Einstufung nur dann zurückzugreifen, wenn PNECs nicht vorliegen,
  • insgesamt 4 Expositionspfade für die Umwelt zu berücksichtigen: Wasser, Boden, Luft und Sedimente
 
 

Ziel und erwartete Ergebnisse

 
Zielsetzung des Vorhabens ist es, zu überprüfen, ob bei Verwendung der DPD+-Methode die ausgewählten Anwendungsbedingungen und Risikomanagementmaßnahmen eine sichere Verwendung gewährleisten. Hierbei ist zu prüfen, ob bei Verwendung der DPD+-Methode
 
  • Die erhaltene Information in Sicherheitsdatenblättern, Expositionsszenarien oder nach Artikel 32 durch den Formulierer angemessen berücksichtigt wird.
  • Die weitergegebene Information den Anforderungen an sichere Verwendungsbedingungen unter REACH genügen, also alle relevanten Risiken angemessen beherrscht werden.
 

Bei der Prüfung sollen die Anforderungen an die Risikobewertung unter REACH als Maßstab angelegt werden, wobei klar zwischen den rechtlichen Anforderungen und der „besten Praxis“ in der Risikobewertung zu unterscheiden sein wird.

 

Zentrale Aspekt sind das Vorgehen und die Prinzipien zur Auswahl der Leitsubstanzen (Bildung des Leitsubstanzindikators = LSI), die Angemessenheit der per DPD+-Methode ermittelten Verwendungsbedingungen und die Methode insgesamt.

 
 
Vorgehen
 
Es ist geplant die DPD+-Methode anhand von Vergleichen mit anderen Methoden und Vorgehen zu analysieren und in Bezug auf mögliche Unterschätzungen von Risiken durch das Vorgehen zur Auswahl von Leitsubstanzen zu prüfen. Des Weiteren werden die ggf. identifizierten Schwachstellen anhand von theoretischen Fallbeispielen daraufhin untersucht, welche Konsequenzen sie die Konsolidierung von Informationen zur sicheren Verwendung haben könnten und was dies in der Praxis für das effiziente Risikomanagement bedeuten würde.
 
 
Erwartete Ergebnisse
 
Zentrales Ergebnis des Projektes ist ein Abschlussbericht, in dem die Analyse der DPD+-Methode dokumentiert ist und Empfehlungen für mögliche Verbesserungen oder die weitere Methodenentwicklung enthalten sind. Der Bericht wird auch eine Beschreibung der Eignung alternativer Bewertungsmethoden für Gemische enthalten.
 
 

Ihre Ansprechperson sind

   
Antonia Reihlen
Olaf Wirth
Dirk Jepsen