Fachdialog Risikoforschung, -bewertung und -management am Beispiel des Langzeit­forschungsprojektes „Nano-In-Vivo“

Am 23. und 24. April 2018 richtete das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit einen weiteren FachDialog im Rahmen des NanoDialogs der Bundesregierung aus. Unter dem Thema „Risikoforschung, -bewertung und -management am Beispiel des Langzeitforschungsprojektes „Nano-In-Vivo“ wurden die Ergebnisse der Studie von den beteiligten Partnerinstitutionen vorgestellt und von den Teilnehmenden des FachDialogs in den regulatorischen und gesellschaftlichen Kontext eingeordnet. Hierfür wurden die regulatorischen Rahmenbedingungen und nationalen Strukturen zur Ermittlung von gefährlichen Eigenschaften und zum Risikomanagement von Nanomaterialien in verschiedenen Vorträgen vorgestellt. In drei Arbeitsgruppen wurden die Themen Forschungszusammenarbeit, Risikokommunikation und Risikomanagement vertiefend diskutiert.

Beim FachDialog bestand großes Interesse an den Projektergebnissen sowie den Möglichkeiten der Verallgemeinerbarkeit der Aussagen zu den Langzweitwirkungen von Cerdioxid für (andere), alveolengängige, granuläre und biobeständige Stäube (GBS). Es wurden zwar Entzündungsreaktionen in den Lungen der Ratten beobachtet, jedoch keine durch die Cerdioxid-Behandlung verursachten Tumoren gefunden. In anderen Organen und Geweben, in denen Cer gefunden wurde, zeigten sich keine adversen Effekte.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Kooperation der unterschiedlichen Akteure, das Projektdesign und das Vorgehen zur Absicherung der Projektergebnisse von allen Beteiligten als vorbildlich angesehen wurde. Die Kommunikation der Ergebnisse dieses und ähnlicher Projekte im Bereich der Risikoforschung von Nanomaterialien wurde von vielen Teilnehmenden als zentrale Herausforderung angesehen. Eine Prüfung und ggf. Anpassung der Instrumente zum Chemikalienrisikomanagement in Bezug auf Nanomaterialien wurde in einzelnen Bereichen angeraten.

Da die Ergebnisse des Forschungsprojektes noch nicht veröffentlicht sind, werden im Folgenden lediglich die Vorträge, der Referentinnen und Referenten bereitgestellt, die nicht die Darstellung der Projektergebnisse betreffen.

 

Einführung in den FachDialog Antonia Reihlen, Ökopol
Methodik der Ermittlung gefährlicher Stoffeigenschaften in der EU Prof. Dr. Thomas Gebel, BAuA
Das UN-GHS: Arbeitsweise des UN-Gremiums, Prinzipien der Einstufung und Kennzeichnung gefährlicher Chemikalien, Implementierung durch die CLP-Verordnung in Europa Dr. Cordula Wilrich, BAM
Design und Struktur des „Nano-In-Vivo“ Projektes Prof. Dr. Thomas Gebel, BAuA
Bewertungsverfahren der MAK Kommission und des Ausschusses für Gefahrstoffe (AGS) Prof. Dr. Andrea Hartwig, MAK-Kommission/KIT
Mögliche Konsequenzen für den Arbeitsschutz Prof. Dr. Rüdiger Pipke, BAuA
Mögliche Konsequenzen für den Verbraucherschutz Dr. Agnes Schulte, BfR
Legaleinstufung am Beispiel von Titandioxid Dr. Sabine Darschnik, BAuA