Umfrage zu spezifischen PFASs (C4–C7) und anderen fluorhaltigen Stoffen (Vorläufer oder ähnliche Stoffe) im Rahmen eines Beschränkungsvorhabens unter REACH

Hinweise und Klarstellungen!

Aufgrund einiger Nachfragen von Akteuren möchten wir Sie über folgende Dinge informieren:

  • Es gab den Wunsch, mehr Zeit für die Datensammlung zu haben. Daher haben wir die Umfragefrist um einen Monat bis zum 15. April 2018 verlängert!
  • Im Hintergrunddokument besteht ein Widerspruch hinsichtlich der Frage, ob sulfonierte Verbindungen (z. B. PFBS) in der Umfrage berücksichtigt werden.
    Die Antwort darauf ist: Ja, diese Stoffe sind Gegenstand der Umfrage!
    Uns ist bei der Erstellung des Dokuments leider ein Fehler unterlaufen, dafür entschuldigen wir uns.
  • Akteure haben gefragt, ob sich Kapitel 4 der Umfragen auf grundsätzlich alle Fluorverbindungen bezieht.
    Die Antwort dazu lautet: Nein! Nur Verbindungen, die sich aus den kurzkettigen Stoffen ableiten lassen, sind von Interesse (hier allerdings auch Polymere).

Registrieren und teilnehmen:

Hintergrund

Das deutsche Umweltbundsamt (UBA) untersucht derzeit ausgewählte Vertreter aus der Gruppe der per- und polyfluorierten Stoffe (PFASs). Insbesondere sammelt das UBA Informationen zur Herstellung und Verwendung solcher kurzkettigen PFASs. Ziel ist es, Anwendungsbereiche zu identifizieren, die ein Risiko für die Umwelt und/oder die menschliche Gesundheit darstellen, welches eine EU-weit gültige Maßnahme im Rahmen von REACH (Beschränkung) notwendig macht. Des Weiteren dient die Informationserhebung der Identifizierung potenzieller Alternativen zur Verwendung fluorierter Verbindungen in den verschiedenen Anwendungsfeldern.

Kurzkettige PFASs umfassen in diesem Zusammenhang Stoffe mit Kettenlängen < 7 perfluorierter C-Atome. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf den Verbindungen mit C4 und C6. Diese können aus zahlreichen chemischen Gruppen stammen. Einige, nicht abschließende Beispiele sind im Folgenden aufgelistet:

  • Per- und polyfluorierte Carboxylsäuren (PFCAs)
  • Fluorotelomer Alkohole (FTOHs)
  • Fluorotelomer Iodide (FTIs)
  • Fluorotelomer Acrylate (FTAs) und Fluorotelomer Methlyacrylate (FMAs)
  • Per- und polyfluorierte Sulfonsäuren (PFSAs)

Gegenstand dieser Informationssammlung sind auch polymere Stoffe die aus solchen Bausteinen aufgebaut wurden, wie z.B. verschiedenen Fluortelomere.

Es sollte betont werden, dass die Ergebnisse der Datensammlung dazu genutzt werden, den Geltungsbereich der Beschränkung festzulegen. Das beinhaltet:

  • Die Identifizierung von Verwendungen, Materialien oder Endprodukten bei denen eine gute Kontrolle angenommen werden kann. Solche Anwendungen können vom Regelungsgegenstand der Beschränkung ausgenommen werden.
  • Des Weiteren können Ausnahmen von der Beschränkung gewährt werden, wenn es dafür eine hinreichende Begründung gibt, z.B. das Fehlen einsetzbarer Alternativen aufgezeigt werden kann oder ein hohes sozioökonomisches Interesse für eine Anwendung besteht.
  • Informationen zum Ausmaß der Verwendungen, dem Gehalt betroffener Stoffe in Produkten und den sozio-ökonomischen Auswirkungen des geplanten „non use“-Szenarios, können helfen Grenzwerte in der geplanten Beschränkung festzulegen.

Um in der Lage zu sein, eine geeignete Maßnahme zu erarbeiten und spezielle Anforderungen für einzelne Verwendungen von Beginn des Beschränkungsprozess an angemessen berücksichtigen zu können, führt das UBA diese Informationssammlung in den Wertschöpfungsketten dieser Stoffe durch.

Aus diesem Grunde begrüßen die Autoren des Beschränkungsvorschlages jegliche Information aus diesen Bereichen, die von Dritten zur Berücksichtigung in einem Vorschlag übermittelt wird.

Zielsetzung

Die Zielsetzung der Umfrage ist es, die nachfolgenden Informationsgrundlagen zu verbessern:

  • Herstellungs- und Importmengen der jeweiligen Stoffgruppen,
  • Herstellungs- und Importmengen der potentiellen Alternativen,
  • Art der Stoffverwendungen sowie
  • ökonomischen Auswirkungen, die mit den Stoffen verbunden sind.

Bitte beachten Sie, dass es höchst wichtig ist, Informationen zu allen Ihnen bekannten Verwendungen zu übermitteln (auch für vergleichsweise kleine Stoffmengen), um zu vermeiden, dass ungewollte Markteffekte durch die Maßnahme verursacht werden, wenn diese in Kraft tritt. Dies gilt vor allem für solche Verwendungen, die unter Umständen zu einem hohen sozioökonomischen Mehrwert führen (z. B. Pharmazie und Gesundheitswesen).

Verwendungen in Produkten mit einer langen Lebensdauer sind zudem von besonderer Wichtigkeit, da hier ggf. lange Übergangsfristen für ein Verbot des Stoffes nötig sein können (z.B. bei langen Produktentwicklungszyklen, langen Nutzungsphasen oder sicherheitsbedingten zusätzlicher Genehmigungsverfahren, die einen längeren Übergang für das Verbot der Stoffe nötig machen).

Teilnahme

Um an der Umfrage teilzunehmen, registrieren Sie sich bitte durch Nutzung des für sie passenden Teilnahmelinks (sie können auch mehrere Fragebögen beantworten, wenn sie mehrere Rollen gleichzeitig innehaben).

Nach Eingabe einiger weniger Daten zu ihrer Person und Organisation erhalten Sie Ihren personalisierten Zugangslink. Diesen können sie mit anderen Personen in ihrer Organisation austauschen, so dass sie gemeinsam an der Beantwortung der Fragen arbeiten können. Sie können bis zum 15. März 2018 an dieser Umfrage teilnehmen.

Wie funktioniert die Umfrage?

Es werden im wesentlichen Fragen aus den folgenden Bereichen abgefragt:

  1. Welche Stoffe kommen in Ihrer Organisation vor (inkl. Mengen).
  2. Wie werden Prozesse in Ihrer Organisation ausgeführt.
  3. Welche ökonomischen Auswirkungen bestehen für Ihre Organisation und welches Substitutionspotential sehen Sie.
  4. Wie bewerten Sie eine geplante Beschränkung.

Sie können die Umfrage mit anderen Personen in Ihrer Organisation teilen, wenn Sie möchten, dass weitere Personen innerhalb der Organisation ebenfalls Daten bereitstellen. In diesem Fall leiten Sie Ihren Zugangslink, den Sie nach Ihrer Registrierung per Email erhalten werden, an die betreffenden Personen weiter.

Wenn Sie die Dateneingabe unterbrechen möchten, können Sie den Zwischenstand jederzeit mit dem „Später fortfahren“-Bedienfeld speichern.

Um Ihre Angaben zu übermitteln, klicken Sie bitte auf das Bedienfeld auf der letzten Seite der Umfrage. Alle Ihre Daten sind so lange änderbar, bis Sie diese final übermitteln.

In Fall der PFASs und ihrer Vorläuferstoffe können ggf. sehr viele Stoffe betroffen sein. Für diese Fälle haben wir die Möglichkeit vorbereitet, Informationen in einem Excel-Arbeitsblatt zu übermitteln, anstatt die Daten in der Onlinemaske einzugeben. Dies ermöglicht Ihnen zudem, Daten direkt aus Ihren IT-Systemen zu extrahieren und vereinfacht die Handhabung solcher Datenpakete.

Sie können Voransichten der einzelnen Umfragen auf der rechten Seite dieser Webseite herunterladen. (Bitte beachten Sie: Diese Voransicht dient nur der Vorabinformation und ist nicht geeignet die Informationen zu übermitteln.)

Verwendung Ihrer Daten und Datensicherheit

Die von Ihnen übermittelten Daten werden ausschließlich im Rahmen der Erstellung eines Beschränkungsvorschlags unter REACH in aggregierter Form genutzt. Es werden keine Namen von Organisationen mit den Daten verknüpft, die in den Beschränkungsvorschlag eingehen. Wir möchten Sie dennoch bitten, Ihre Kontaktinformationen anzugeben, damit wir im Falle möglicher Rückfragen sowie während des weiteren Prozesses, Kontakt mit Ihnen aufnehmen können.

Das Hosting der Umfrage gemäß § 9 BDSG erfolgt durch die Limeservice GmbH Barmbeker Str. 7a, 22303 Hamburg.